{"id":1015,"date":"2023-08-19T00:38:13","date_gmt":"2023-08-18T22:38:13","guid":{"rendered":"https:\/\/landeselternverband.de\/?p=1015"},"modified":"2023-08-27T22:10:04","modified_gmt":"2023-08-27T20:10:04","slug":"stellungnahme-zum-gesamtkonzept-des-inklusiven-schulsystems-insbesondere-fuer-hoerbehinderte-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/landeselternverband.de\/?p=1015","title":{"rendered":"Stellungnahme zum Gesamtkonzept des inklusiven Schulsystems, insbesondere f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder"},"content":{"rendered":"\n<p>Die aktuelle Ver\u00f6ffentlichung des Deutschen Instituts f\u00fcr Menschenrechte \u201eSchulische Inklusion wirksam umsetzen\u201c stellt das Gesamtkonzepts zur Umstrukturierung allgemeiner zu inklusiven Schulen vor, das den systematischen und schrittweisen Abbau von F\u00f6rderschulstandorten vorsieht. Wir stellen fest, dass das Gesamtkonzept zur Umstrukturierung allgemeiner zu inklusiven Schulen insbesondere h\u00f6rbehinderte Kinder diskriminiert, da es nicht alle Aspekte f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder ber\u00fccksichtigt wurden und somit die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft mit ihrer traditionsreichen Geh\u00f6rlosenkultur durch lautsprachliche Privilegien und auch durch Einzelinklusion bzw. einzelne kleine Peergroups zerst\u00f6rt wird. Auch wenn das inklusive Gesamtkonzept die Einbeziehung der bimodalen und bilingualen Beschulung von geh\u00f6rlosen und hochgradig schwerh\u00f6rigen Sch\u00fcler*innen in Regelschulen vorsieht, werden wichtige Aspekte \u00fcbersehen. Aufgrund der wohnortnahen Beschulung werden die h\u00f6rbehinderten Kinder in der Regel als Einzelinklusion in der inklusiven Regelschule beschult. Auch, wenn sie mit anderen behinderten Kindern in einer Klasse zusammen sind, haben die anderen behinderten Kinder ein lautsprachliches Privileg, weshalb die h\u00f6rbehinderten Kinder in der lautsprachlichen Kommunikation benachteiligt sind. Infolgedessen haben h\u00f6rbehinderte Kinder nicht die gleichen Chancen (Artikel 24 Absatz 1 UN-BRK-Chancengleichheit) auf Kommunikation im Unterricht und auf Demokratie in der Klasse.<\/p>\n\n\n\n<p>In Nordrhein-Westfalen gibt es seit den 1980er Jahren die M\u00f6glichkeit f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder, in der allgemeinen Schule beschult zu werden. Diese 40-j\u00e4hrige Erfahrung zeigt, wie schwierig es ist, sprachbarrierefreien Unterricht f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder in der Regelschule umzusetzen. Es gibt verschiedene Gr\u00fcnde, warum viele h\u00f6rbehinderte Kinder im Laufe der Zeit von Regelschulen zu F\u00f6rderschulen wechseln. Zwei wichtige Gr\u00fcnde sind, dass sie in der Regelschule aufgrund ihrer H\u00f6rsch\u00e4digung Schwierigkeiten haben, dem Unterricht zu folgen und mit ihren h\u00f6renden Mitsch\u00fclerinnen und Mitsch\u00fclern zu kommunizieren, was zu einem Gef\u00fchl der Isolation und der Ausgrenzung f\u00fchrt. Ein weiterer Grund f\u00fcr den Wechsel zu F\u00f6rderschulen kann sein, dass h\u00f6rbehinderte Kinder in Regelschulen aufgrund ihrer H\u00f6rsch\u00e4digung Schwierigkeiten haben, den Anforderungen des Lehrplans zu folgen, insbesondere im Bereich der Lautsprache. In F\u00f6rderschulen k\u00f6nnen sie in kleineren Klassen und mit einem speziell auf ihre Bed\u00fcrfnisse abgestimmten Lehrplan arbeiten, was ihnen helfen kann, ihr Potenzial auszusch\u00f6pfen. In NRW k\u00f6nnen h\u00f6rbehinderte Kinder an Regel- und F\u00f6rderschulen folgende Schulabschl\u00fcsse erreichen: Hauptschulabschluss (nach Klasse 9 und nach Klasse 10), Fachoberschulreife (Mittlerer Schulabschluss\/ Realschulabschluss), Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife (Abitur). In NRW gibt es:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>12 F\u00f6rderschulen mit dem F\u00f6rderschwerpunkt (FSP) H\u00f6ren und Kommunikation (mit den Bereichen F\u00f6rderschulkindergarten, Grundschule und Hauptschule (Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss)),<\/li>\n\n\n\n<li>1 F\u00f6rderrealschule FSP H\u00f6ren und Kommunikation (Realschulabschluss),<\/li>\n\n\n\n<li>1 F\u00f6rderberufskolleg mit beruflichem Gymnasium FSP H\u00f6ren und Kommunikation (Hochschulreife oder Fachhochschulreife).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Aussage des DIMR \u201eDer Aussonderung in F\u00f6rderschulen, die in der Regel ohne Schulabschluss beendet werden\u201c betrifft die o.g. F\u00f6rderschulen FSP H\u00f6ren und Kommunikation nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In j\u00fcngster Zeit gibt es bundesweit zahlreiche Schulversuche zur Beschulung geh\u00f6rloser und hochgradig schwerh\u00f6riger Kinder in Regelschulen, vor allem in Grundschulen mit Dolmetschereinsatz. Nach der regul\u00e4ren Grundschule besuchen die meisten h\u00f6rbehinderten Kinder eine weiterf\u00fchrende F\u00f6rderschule f\u00fcr H\u00f6rbehinderte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis der Situation ist ein R\u00fcckblick in die Vergangenheit  erforderlich: Die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft mit ihrer traditionsreichen Geh\u00f6rlosenkultur ist durch die Geh\u00f6rlosenschulen entstanden. Vor ca. 300 Jahren waren die Geh\u00f6rlosen in der Gesellschaft v\u00f6llig isoliert. Viele Familien versteckten ihre geh\u00f6rlosen Kinder. Die Gr\u00fcnder der Geh\u00f6rlosenschulen suchten die geh\u00f6rlosen Kinder und unterrichteten sie. Wenn sich mehrere geh\u00f6rlose Kinder trafen, kommunizierten sie mit den H\u00e4nden, obwohl die Gr\u00fcnder in Deutschland versuchten, die Kommunikation mit den H\u00e4nden zu verbieten, um sich auf das Sprechen zu konzentrieren. Die Geh\u00f6rlosenschule war die erste Schule f\u00fcr Menschen mit Behinderungen. In der Geh\u00f6rlosengemeinschaft entwickelt sich die Geh\u00f6rlosenkultur, in der die Geh\u00f6rlosen ihre sprachliche Identit\u00e4t entwickeln k\u00f6nnen. Die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft ist eine<br>geb\u00e4rdensprachliche Inklusion, d.h. eine Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Geb\u00e4rdensprache als Prim\u00e4rsprache verwenden. Diese Gemeinschaften k\u00f6nnen sich auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene bilden und umfassen in der Regel geh\u00f6rlose, schwerh\u00f6rige und h\u00f6rende Menschen, die die Geb\u00e4rdensprache als ihre bevorzugte Kommunikationsform verwenden. Die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft hat ihre eigene Kultur, Geschichte und Traditionen, die sich von der h\u00f6renden Gemeinschaft unterscheiden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den Behindertengruppen, in denen alle Menschen h\u00f6ren k\u00f6nnen, stellt die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft als sprachliche Minderheit eine Besonderheit dar, die nicht einfach ignoriert werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">M\u00f6gliches Gesamtkonzept zur Umstrukturierung zu inklusiven Schulen<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesamtkonzept zur Umstrukturierung zu inklusiven Schulen muss folgenden wichtigen Aspekt ber\u00fccksichtigen, um die bestm\u00f6gliche schulische und soziale Entwicklung h\u00f6rbehinderter Kinder zu gew\u00e4hrleisten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schutz und F\u00f6rderung der Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft als sprachliche Minderheit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutsche Geb\u00e4rdensprache (DGS) bildet das soziale und kulturelle Fundament der  Geh\u00f6rlosengemeinschaft in Deutschland. Die Bildungsinstitutionen und die  Gemeinschaften vermitteln ihr Wissen rund um diese Sprache und Geh\u00f6rlosenkultur. Die Umstrukturierung der F\u00f6rderschulen mit dem F\u00f6rderschwerpunkt H\u00f6ren und Kommunikation zu inklusiven Geb\u00e4rdensprachschulen sichert die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft, indem h\u00f6rbehinderten Kinder das Privileg der Geb\u00e4rdensprache in ihrer gro\u00dfen Peergruppe (mit mindestens 6 h\u00f6rbehinderten Kindern) erleben k\u00f6nnen. Auch die Lehrkr\u00e4fte, Mitarbeitenden, Fachkr\u00e4ften auf allen Ebenen des Bildungswesens kommunizieren in Geb\u00e4rdensprache. Somit gestaltet sich diese Schule als sprachbarrierefrei f\u00fcr h\u00f6rbehinderten Kinder. Die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft in einer inklusiven Schule funktioniert, wenn gro\u00dfe Peergruppen in verschiedenen Klassenstufen bestehen. Um das Privileg der Geb\u00e4rdensprache in der inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule zu erhalten, sollte die Klassengr\u00f6\u00dfe wie bisher in der Schule mit dem F\u00f6rderschwerpunkt H\u00f6ren und Kommunikation auf maximal 14 begrenzt werden z.B. 10 h\u00f6rbehinderte und 4 h\u00f6rende Kinder (z.B. h\u00f6rende Kinder von geh\u00f6rlosen Eltern oder andere h\u00f6rende Kinder). Dazu sollten die h\u00f6rbehinderten geb\u00e4rdensprachkompetenten Lehrkr\u00e4fte als Sprachvorbilder fungieren. Die inklusive Geb\u00e4rdensprachschule hat auch die Aufgabe, die Teilhabe h\u00f6rbehinderter Kinder am kulturellen Leben zu f\u00f6rdern (Artikel 30 Absatz 4 UN-BRK). Somit gew\u00e4hrleisten die inklusiven Geb\u00e4rdensprachschulen die bestm\u00f6gliche schulische und soziale Entwicklung h\u00f6rbehinderter Kinder, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention in Artikel 24 Absatz 3c vorsieht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Rechtliche Grundlagen:<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Deutschland wurde die Deutsche Geb\u00e4rdensprache im Jahr 2002 durch das Behindertengleichstellungsgesetz anerkannt.<\/li>\n\n\n\n<li>Verordnung \u00fcber die sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderung, den Hausunterricht und die Schule f\u00fcr Kranke (Ausbildungsverordnung sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderung \u2013 AO-SF vom 29. April 2005 (NRW)) Artikel \u00a723 (2): Die Lautsprache und die Geb\u00e4rdensprache sind gleichberechtigte Kommunikationsformen in allen F\u00e4chern und \u00a723 (3) \u2026Deutsche Geb\u00e4rdensprache (DGS) als eigenst\u00e4ndiges weiteres Fach der Stundentafel\u2026<\/li>\n\n\n\n<li>UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 24 Bildung <br>3 b: Die Vertragsstaaten erleichtern das Erlernen der Geb\u00e4rdensprache und die F\u00f6rderung der sprachlichen Identit\u00e4t der Geh\u00f6rlosen.<br>3 c: Die Vertragsstaaten stellen sie sicher, dass blinden, geh\u00f6rlosen oder taubblinden Menschen, insbesondere Kindern, Bildung in den Sprachen und Kommunikationsformen und mit den Kommunikationsmitteln, die f\u00fcr den Einzelnen am besten geeignet sind, sowie in einem Umfeld vermittelt wird, das die bestm\u00f6gliche schulische und soziale Entwicklung gestattet.<\/li>\n\n\n\n<li>UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 24 Bildung 4: Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Ma\u00dfnahmen zur Einstellung von Lehrkr\u00e4ften, einschlie\u00dflich solcher mit Behinderungen, die in Geb\u00e4rdensprache oder Brailleschrift ausgebildet sind, und zur Schulung von Fachkr\u00e4ften sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen des Bildungswesens. Diese Schulung schlie\u00dft die Sch\u00e4rfung des Bewusstseins f\u00fcr Behinderungen und die Verwendung geeigneter erg\u00e4nzender und alternativer Formen, Mittel und Formate der Kommunikation sowie p\u00e4dagogische Verfahren und Materialien zur Unterst\u00fctzung von Menschen mit Behinderungen ein.<\/li>\n\n\n\n<li>UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 30 Teilhabe am kulturellen Leben 4: Menschen mit Behinderungen haben gleichberechtigt mit anderem Anspruch auf Anerkennung und Unterst\u00fctzung ihrer spezifischen kulturellen und sprachlichen Identit\u00e4t, einschlie\u00dflich der Geb\u00e4rdensprachen und der Geh\u00f6rlosenkultur.<\/li>\n\n\n\n<li>In NRW wurde die Deutsche Geb\u00e4rdensprache im Jahr 2016 durch das Inklusionsgrunds\u00e4tzegesetz anerkannt.<\/li>\n\n\n\n<li>Deutsche Geb\u00e4rdensprache ist als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Barrierefreiheit f\u00fcr Kinder mit H\u00f6rbehinderung:<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrnehmung der deutschen Lautsprache stellt trotz optimaler H\u00f6rhilfen (wie digitale H\u00f6rger\u00e4te oder Cochlea-Implantate) eine Sprachbarriere dar. Die Wahrnehmung der Geb\u00e4rdensprache stellt f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder keine Sprachbarriere dar. H\u00f6rbehinderte Kinder erlernen die Geb\u00e4rdensprache in der Regel schnell, da sie f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder barrierefrei ist. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die h\u00f6rbehinderten Kinder die Geb\u00e4rdensprache in der Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft erlernen. Erlernen h\u00f6rbehinderten Kinder die Geb\u00e4rdensprache durch einzelne Erwachsene, wie z.B. Geb\u00e4rdensprachlehrerinnen und -Lehrer oder Geb\u00e4rdensprachdolmetscherinnen und -Dolmetscher, also nicht in der Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft, so kann sich daraus eine sozial-sprachliche St\u00f6rung entwickeln, da sie keine sprachliche Identit\u00e4t entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Barrierefreie Schule f\u00fcr Kinder mit H\u00f6rbehinderung:<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>gesamtes Personal muss geb\u00e4rden k\u00f6nnen, wie z.B. Lehrkr\u00e4fte mit mindestens C1-Geb\u00e4rdensprachkompetenz, SchulleiterInnen, Sekret\u00e4rInnen, HausmeisterInnen, IntegrationshelferInnen, SchulsozialarbeiterInnen mit mindestens B2-Geb\u00e4rdensprachkompetenz.<\/li>\n\n\n\n<li>Lichtsignale wie die f\u00fcr die Pause, Regenpause, Feueralarm, Terroralarm in allen Schulr\u00e4umen (B\u00fcro, Flur, WC, Klassenr\u00e4ume) leuchten<\/li>\n\n\n\n<li>Ausstattung mit Teppich und Vorhang in den Klassenr\u00e4umen, um akustische St\u00f6rung zu reduzieren<\/li>\n\n\n\n<li>Ausstattung H\u00f6rhilfen mit FM-Anlagen, Mikrofon, spezifischen Lautsprechern in den Klassenr\u00e4umen<\/li>\n\n\n\n<li>Optische Mitteilung per Monitor in den Klassenr\u00e4umen<\/li>\n\n\n\n<li>Geh\u00f6rlosenkultur und sprachliche Identit\u00e4t f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Barrierefreier Sprachunterricht f\u00fcr h\u00f6rbehinderten Kinder:<\/span><\/strong><br>Inklusion bedeutet gemeinsames Lernen. Niemand darf gesondert behandelt werden. Der Sprachunterricht im m\u00fcndlichen (lautsprachlichen) Kompetenzbereich &#8222;Sprechen und Zuh\u00f6ren&#8220; in den F\u00e4chern Deutsch, Englisch etc. diskriminiert h\u00f6rbehinderte Kinder. Das hei\u00dft, dass &#8222;Sprechen und Zuh\u00f6ren in der Lautsprache&#8220; ein Audismus ist, also eine Diskriminierung h\u00f6rbehinderter Kinder.<br>Deshalb brauchen h\u00f6rbehinderte Kinder eine andere F\u00f6rderung, z.B. eine bimodal-bilinguale F\u00f6rderung. Eine optimale bimodal-bilinguale F\u00f6rderung setzt voraus, dass die h\u00f6rbehinderten Kinder in ihrer gro\u00dfen Peergroup die Sprache gemeinsam visuell lernen. Nach dem Gesamtkonzept des Deutschen Instituts f\u00fcr Menschenrechte (DIMR) wird das h\u00f6rbehinderte Kind als Einzelinklusion in der inklusiven Schule zwangsweise aus dem Klassenverband herausgenommen, um es bimodal\/bilingual zu f\u00f6rdern und vor dem Audismus zu sch\u00fctzen. Dies geschieht in den F\u00e4chern Deutsch, Englisch und weiteren lautsprachlichen Fremdsprachen. Dies widerspricht aber dem Sinn der Inklusion.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem werden die viele Materialien f\u00fcr Sprachunterricht verwendet, die h\u00f6rbehinderte Kinder diskriminieren, z.B. H\u00f6rb\u00fccher. Dies kann nicht durch einen Nachteilsausgleich ausgeglichen werden, z.B. \u00dcbersetzung durch Geb\u00e4rdensprachdolmetscherIn (Siehe Geb\u00e4rdensprachdolmetschen im Unterricht).<br><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00c4nderungen f\u00fcr das Fach Deutsch<\/span>, weil Deutsch meist eine Fremdsprache f\u00fcr hochgradige h\u00f6rbehinderte Kinder darstellt. Deshalb brauchen sie einen anderen Unterrichtaufbau und andere F\u00f6rderung als h\u00f6rende Kinder:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>keine Laute\/Silben<\/li>\n\n\n\n<li>Kombination aus Fingeralphabet und Buchstaben<\/li>\n\n\n\n<li>von Anfang an ganze W\u00f6rter merken<\/li>\n\n\n\n<li>bimodal-bilinguale F\u00f6rderung: lesen, schreiben und in Deutsche Geb\u00e4rdensprache wiedergeben<\/li>\n\n\n\n<li>individuelle F\u00f6rderung des Sprechens und H\u00f6rens f\u00fcr leichtgradig h\u00f6rbehinderte Kinder (Laute\/Silben m\u00f6glich)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00c4nderungen sind auch f\u00fcr Englisch n\u00f6tig:<\/span><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>anderer Unterrichtaufbau und F\u00f6rderung als f\u00fcr h\u00f6rende Kinder<\/li>\n\n\n\n<li>man soll f\u00fcr m\u00fcndlich Amerikanische Geb\u00e4rdensprache (ASL) statt Deutsche Geb\u00e4rdensprache (DGS) verwenden<\/li>\n\n\n\n<li>bilinguale F\u00f6rderung Lesen, Schreiben und in ASL wiedergeben<\/li>\n\n\n\n<li>individuelle F\u00f6rderung des Sprechens und H\u00f6rens f\u00fcr leichtgradig h\u00f6rbehinderte Kinder<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Einf\u00fchrung des Faches Deutsche Geb\u00e4rdensprache:<\/span><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sprachlabor (Raum mit technischer Ausstattung wie WLAN, Green\/Blue Screen, Tablets, Videokamera, digitale Tafel usw.)<\/li>\n\n\n\n<li>einsprachiger Unterricht<\/li>\n\n\n\n<li>Visualisierung<\/li>\n\n\n\n<li>muttersprachliche Vorbilder<\/li>\n\n\n\n<li>authentische Sprachverwendungssituation<\/li>\n\n\n\n<li>Geh\u00f6rlosenkultur<\/li>\n\n\n\n<li>sprachliche Identit\u00e4t f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder<\/li>\n\n\n\n<li>90% geh\u00f6rloser Kinder haben h\u00f6rende Eltern. Sie m\u00fcssen die DGS lernen.<\/li>\n\n\n\n<li>ab Klasse 1, besser aber bereits in der Fr\u00fchf\u00f6rderung (mit Feststellen der H\u00f6rbehinderung)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Geb\u00e4rdensprachdolmetschen im Unterricht:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Warum der Einsatz der Geb\u00e4rdensprachdolmetscherIn im Unterricht nicht 100% barrierefrei ist:<br>Obwohl der Einsatz von Geb\u00e4rdensprachdolmetschern im Unterricht eine wichtige Unterst\u00fctzung f\u00fcr geh\u00f6rlose und schwerh\u00f6rige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler darstellt, ist er nicht barrierefrei. Hier sind einige Gr\u00fcnde, warum dies der Fall sein kann:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schwierigkeit der 1:1 \u00dcbersetzung:<br>Eine 1: 1-\u00dcbersetzung bei Geb\u00e4rdensprachdolmetschern ist schwierig, da Geb\u00e4rdensprache und gesprochene Sprache unterschiedliche Strukturen und Grammatiken haben. Geb\u00e4rdensprache ist eine visuelle Sprache, die durch Gesten, Mimik und K\u00f6rperhaltung kommuniziert wird, w\u00e4hrend gesprochene Sprache auf der Verwendung von Lauten und W\u00f6rtern basiert. Ein Geb\u00e4rdensprachdolmetscher muss daher nicht nur die W\u00f6rter \u00fcbersetzen, sondern auch die Bedeutung und den Kontext der gesprochenen Sprache in Geb\u00e4rdensprache \u00fcbertragen. Dies erfordert ein hohes Ma\u00df an Sprachkompetenz und kulturellem Verst\u00e4ndnis, um sicherzustellen, dass die Botschaft korrekt und vollst\u00e4ndig \u00fcbermittelt wird. Es l\u00e4sst sich nicht vermeiden, dass es h\u00e4ufig zu Missverst\u00e4ndnissen kommt, die zu Fehlern in der \u00dcbersetzung f\u00fchren. <\/li>\n\n\n\n<li>Mangelnde Verf\u00fcgbarkeit von Geb\u00e4rdensprachdolmetschern:<br>Es gibt nicht gen\u00fcgend Geb\u00e4rdensprachdolmetscher, um die Nachfrage zu decken. Dies kann dazu f\u00fchren, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht immer Zugang zu einem Dolmetscher haben, wenn sie ihn ben\u00f6tigen.<\/li>\n\n\n\n<li>Qualifikation der Dolmetscher:<br>Nicht alle Geb\u00e4rdensprachdolmetscher haben die gleiche Qualifikation und Erfahrung. Einige Dolmetscher k\u00f6nnen Schwierigkeiten haben, komplexe Konzepte oder Fachbegriffe zu \u00fcbersetzen, was zu Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten f\u00fchren kann.<\/li>\n\n\n\n<li>St\u00f6rungen im Unterricht:<br>Der Einsatz von Geb\u00e4rdensprachdolmetschenden kann zu St\u00f6rungen im Unterricht f\u00fchren, da die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler m\u00f6glicherweise nicht in der Lage sind, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, wenn sie st\u00e4ndig auf den Dolmetschenden achten m\u00fcssen.<\/li>\n\n\n\n<li>Kulturelle Unterschiede:<br>Geb\u00e4rdensprachdolmetschende m\u00fcssen auch kulturelle Unterschiede ber\u00fccksichtigen, die sich auf die Kommunikation auswirken k\u00f6nnen. Wenn der Dolmetschende nicht mit der Kultur der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vertraut ist, kann dies zu Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Vergleich zwischen allgemeiner Schule zu inklusiver Schule und F\u00f6rderschule H\u00f6ren<br>und Kommunikation zur inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Bereiche<\/td><td>allgemeine Schule zur inklusiven<br>Schule<br>wohnortnahe Beschulung<\/td><td>F\u00f6rderschule H\u00f6ren und<br>Kommunikation zur<br>inklusiven<br>Geb\u00e4rdensprachschule<\/td><\/tr><tr><td>Kommunikation<br>in der Schule<br><br><\/td><td>&#8211; nicht sprachbarrierefrei<br>&#8211; lautsprachliches Privileg<br>&#8211; nicht alle (Mitarbeitende und <br>  Sch\u00fclerschaft) k\u00f6nnen geb\u00e4rden<br>&#8211; Unterst\u00fctzung von<br>  Geb\u00e4rdensprachdolmetschern<br>  bietet keine Chancengleichheit in der<br>  Kommunikation<br>&#8211; Einsatz von geb\u00e4rdenkompetenten<br>  Lehrkr\u00e4ften (durchgehend?\/ phasenweise)<\/td><td>&#8211; sprachbarrierefrei<br>&#8211; geb\u00e4rdensprachliches<br>  Privileg<br>&#8211; alle (Mitarbeitende<br>  und Sch\u00fclerschaft)<br>  k\u00f6nnen geb\u00e4rden<\/td><\/tr><tr><td>barrierefreie Ausstattung<\/td><td>&#8211; FM-Anlage<br>&#8211; Lautsprecher <\/td><td>&#8211; Teppich<br>&#8211; Vorhang<br>&#8211; Lichtsignale<br>&#8211; Mitteilungsmonitor<br>&#8211; FM-Anlage<br>&#8211; Lautsprecher<\/td><\/tr><tr><td>angepasstes<br>Unterrichtsfach Deutsch<\/td><td>schwierig umzusetzen:<br>&#8211; Einzelf\u00f6rderung?<br>&#8211; Zusammenarbeit mit<br>  Deutschlehrerin\/ -Lehrer und<br>  geb\u00e4rdensprachkompetenter<br>  Lehrkraft m\u00f6glich?<br>&#8211; bimodal-bilinguale F\u00f6rderung m\u00f6glich?<\/td><td>ja, ohne Problem<\/td><\/tr><tr><td>angepasstes<br>Unterrichtsfach Englisch<\/td><td>schwierig umzusetzen:<br>&#8211; Einzelf\u00f6rderung?<br>&#8211; Zusammenarbeit mit Englischlehrerin\/<br>  -Lehrer und geb\u00e4rdensprachkompetenter<br>  Lehrkraft m\u00f6glich?<br>&#8211; bimodal-bilinguale F\u00f6rderung m\u00f6glich?<\/td><td>m\u00f6glich<\/td><\/tr><tr><td>Fach Deutsche<br>Geb\u00e4rdensprache<\/td><td>&#8211; phasenweise bzw. Wahlpflichtfach <br>  DGS f\u00fcr alle?<br>&#8211; Einzelf\u00f6rderung?<br>&#8211; Abh\u00e4ngig von verf\u00fcgbarer Lehrkraft<br>&#8211; DGS-Raum mit technischer Ausstattung?<\/td><td>&#8211; durchgehend wie Fach <br>  Deutsch ab Klasse 1<br>&#8211; Sprachlaborraum m\u00f6glich<\/td><\/tr><tr><td>bimodal-bilinguale<br>F\u00f6rderung<\/td><td>&#8211; phasenweise<br>&#8211; Einzelf\u00f6rderung?<br>&#8211; Abh\u00e4ngig von verf\u00fcgbarer Lehrkraft<\/td><td>Ja, durchgehend<\/td><\/tr><tr><td>psychosozialer Aspekt<\/td><td>Aufgrund der sprachlich-kommunikativen Einschr\u00e4nkung f\u00e4llt es h\u00f6rbehinderten <br>Kinder schwerer, Freundschaften und <br>soziale Kontakte mit ihren Klassenkameraden einzugehen und diese  aufrechtzuhalten. <br>Dies kann dazu f\u00fchren, dass sie sich isoliert <br>und einsam f\u00fchlen. Erh\u00f6hte Gefahr f\u00fcr <br>Mobbingopfer<\/td><td>Peergruppe wie bei<br>nichtbehinderten Kindern<br>mit gleicher Sprache<\/td><\/tr><tr><td>Wird Geb\u00e4rdensprach-gemeinschaft in der Schule gef\u00f6rdert?<br><\/td><td>nein,<br>Peergruppe kaum m\u00f6glich<br>Es ist fraglich, ob die geh\u00f6rlosen<br>Lehrkr\u00e4fte in dieser inklusiven <br>Schule arbeiten wollen. Die kleine <br>Umfrage zeigt, dass die gro\u00dfe <br>Mehrheit der geh\u00f6rlosen Lehrkr\u00e4fte <br>nicht in dieser inklusiven Schule <br>arbeiten will.<\/td><td>ja,<br>Peergruppe Sprachvorbild von h\u00f6rbehinderter  Lehrkraft<br>(Jeder F\u00f6rderschule mit<br>F\u00f6rderschwerpunkt H\u00f6ren<br>und Kommunikation in<br>NRW hat mindestens eine<br>h\u00f6rbehinderte Lehrkraft)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Das Gesamtkonzept der Umstrukturierung der allgemeinen Schule zu einer inklusiven Schule, an<br>der h\u00f6rbehinderte Kinder teilnehmen sollen (m\u00fcssen), verst\u00f6\u00dft in einigen Punkten gegen die<br>allgemeinen Grunds\u00e4tze der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 3 UN-BRK):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"a\">\n<li>a) die Achtung der dem Menschen innewohnenden W\u00fcrde, seiner individuellen Autonomie, einschlie\u00dflich der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, sowie seiner Unabh\u00e4ngigkeit:<br>H\u00f6rbehinderte Kinder erleben in der inklusiven Schule eine geringe Achtung der dem Menschen innewohnenden W\u00fcrde, da nicht alle geb\u00e4rden k\u00f6nnen. Als Folge muss die Geb\u00e4rdensprachdolmetschkraft das h\u00f6rbehinderte Kind permanent begleiten, um mit nicht geb\u00e4rdenkompetenten Personen kommunizieren zu k\u00f6nnen, z.B. Schulleitung, Sekretariat, einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler etc. Auch fehlendes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr , wie was das h\u00f6rbehinderte Kind mit seiner Kultur ausmacht, wenn die nicht geb\u00e4rdenkompetenten Personen nicht in die Geb\u00e4rdensprachkultur eingetaucht sind und das Wissen dar\u00fcber erworben haben. Diese Bedingung und Situation schr\u00e4nkt die Autonomie des h\u00f6rbehinderten Kindes ein. Es ist nicht unabh\u00e4ngig, weil die Geb\u00e4rdensprachdolmetschkraft das h\u00f6rbehinderte Kind in der inklusiven Schule begleiten muss. Es ist nicht vorstellbar, dass alle Personen in der inklusiven Schule die Geb\u00e4rdensprache erlernen m\u00fcssen, um diese Schule sprachbarrierefrei zu gestalten. Dagegen ist die inklusive Geb\u00e4rdensprachschule f\u00fcr das h\u00f6rbehinderte Kind die bessere Option und verst\u00f6\u00dft nicht gegen diesen Punkt. In der inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule erfahren die h\u00f6rbehinderten Kinder den Respekt vor dem Menschen innewohnenden W\u00fcrde, weil \u00fcber diesen Respekt direkt geb\u00e4rdet wird. Das h\u00f6rbehinderte Kind bewegt sich frei ohne Geb\u00e4rdensprachdolmetschkraft in dieser Geb\u00e4rdensprachschule.<\/li>\n\n\n\n<li>die Nichtdiskriminierung:<br>Die inklusive Schule ist nicht frei von Diskriminierung f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder:<br>Lautsprecherdurchsagen, auditive Signale, auditive Unterrichtsmaterialien, Filme ohne Untertitel, Ausfall des Einsatzes von Geb\u00e4rdensprachlehrkr\u00e4ften bzw. Geb\u00e4rdensprachdolmetschkr\u00e4ften, mangelndes Wissen \u00fcber Geb\u00e4rdensprachkultur etc.<\/li>\n\n\n\n<li>die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft:<br>Die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft ist f\u00fcr ein h\u00f6rbehindertes Kind ist nur m\u00f6glich, wenn es zwischen der Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft in der Gesellschaft und der h\u00f6renden Gemeinschaft mit lautsprachlichen Privilegien in der Gesellschaft mit Geb\u00e4rdensprachdolmetschkraft pendelt, so dass die Einbeziehung in die Gesellschaft gelingt. Dies ist nur mit der inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule m\u00f6glich.<\/li>\n\n\n\n<li>die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit:<br>Dieser Respekt muss von den unterschiedlichen Menschen direkt geb\u00e4rdet werden. Es wird f\u00fcr ein h\u00f6rbehindertes Kind schwierig sein, diesen Respekt durch Dolmetschen zu erfahren, da die Authentizit\u00e4t dieses Respekts verloren geht. Au\u00dferdem gibt es h\u00f6rbehinderte Menschen mit zus\u00e4tzlichen Behinderungen, die ohne Schwierigkeit an der inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule teilnehmen k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>die Chancengleichheit:<br>In der inklusiven Schule haben die h\u00f6rbehinderten Kinder aufgrund von lautsprachlichen Privilegien keine Chancengleichheit in der Kommunikation, in der Bewertung in bestimmten F\u00e4chern und in der schulischen Demokratie.<\/li>\n\n\n\n<li>die Zug\u00e4nglichkeit:<br>Aufgrund der vorherrschenden lautsprachlichen Kommunikation durch nichtgeb\u00e4rdenkompetente Personen ist die Zug\u00e4nglichkeit f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder in der inklusiven Schule stark eingeschr\u00e4nkt. Auch in Abh\u00e4ngigkeit von der Geb\u00e4rdensprachdolmetschkraft ist die Zug\u00e4nglichkeit f\u00fcr h\u00f6rbehinderte Kinder in der inklusiven Schule etwas eingeschr\u00e4nkt. (siehe Geb\u00e4rdensprachdolmetschen im Unterricht)<\/li>\n\n\n\n<li>die Achtung vor den sich entwickelnden F\u00e4higkeiten von Kindern mit Behinderungen und die Achtung ihres Rechts auf Wahrung ihrer Identit\u00e4t.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Dieser Respekt muss direkt geb\u00e4rdet werden. Nur die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft mit der inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule kann die Identit\u00e4t des h\u00f6rbehinderten Kindes bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtigste Aspekte zeigen, warum die Umstrukturierung von F\u00f6rderschulen mit F\u00f6rderschwerpunkt H\u00f6ren und Kommunikation zur inklusiven Geb\u00e4rdensprachschule f\u00fcr h\u00f6rbehinderten Kinder unabdingbar ist und die bestm\u00f6gliche schulische und soziale Entwicklung f\u00fcr h\u00f6rbehinderten Kinder bietet, wie die  UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 24 Bildung 3 c es vorsieht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die folgende Abbildung zeigt, dass die allgemeine Inklusion die geb\u00e4rdensprachliche Inklusion einschlie\u00dft, da die Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft inklusiv ist, weil h\u00f6rende Menschen durch das Erlernen der Geb\u00e4rdensprache und ihrer Kultur an der Geb\u00e4rdensprachgemeinschaft teilhaben k\u00f6nnen. Man kann von \u201egeb\u00e4rdensprachlicher Inklusion\u201c sprechen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"716\" height=\"219\" data-attachment-id=\"1016\" data-permalink=\"https:\/\/landeselternverband.de\/?attachment_id=1016\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image.png?fit=716%2C219&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"716,219\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image.png?fit=300%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image.png?fit=716%2C219&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image.png?resize=716%2C219&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1016\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der Vorstand des Landeselternverbandes<br>geh\u00f6rloser und schwerh\u00f6riger Kinder und Jugendlicher NRW e.V.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Stellungnahme als PDF zum Download:<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/StellungnahmeInklusiveSchule.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von StellungnahmeInklusiveSchule.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-d5539dc6-8235-4109-b852-6e35ac930bb0\" href=\"https:\/\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/StellungnahmeInklusiveSchule.pdf\">StellungnahmeInklusiveSchule<\/a><a href=\"https:\/\/landeselternverband.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/StellungnahmeInklusiveSchule.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-d5539dc6-8235-4109-b852-6e35ac930bb0\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aktuelle Ver\u00f6ffentlichung des Deutschen Instituts f\u00fcr Menschenrechte \u201eSchulische Inklusion wirksam umsetzen\u201c stellt das Gesamtkonzepts zur Umstrukturierung allgemeiner zu inklusiven Schulen vor, das den systematischen&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/landeselternverband.de\/?p=1015\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[2],"tags":[4,8,5],"class_list":["post-1015","post","type-post","status-publish","format-standard","category-stellungnahme","tag-foerderschule","tag-inklusion","tag-stellungnahme"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/paPRwJ-gn","jetpack-related-posts":[{"id":136,"url":"https:\/\/landeselternverband.de\/?p=136","url_meta":{"origin":1015,"position":0},"title":"Stellungnahme zum B\u00fcndnis inklusive Bildung NRW","author":"Susann Harnisch","date":"25. 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